Das nächste Zuhause suchen, obwohl das alte noch nicht verkauft ist? Oder erst verkaufen und anschließend mit finanzieller Sicherheit neu starten? Zwei echte Verkaufsfälle zeigen: Die richtige Reihenfolge hängt vor allem von der eigenen Lebenssituation ab.
Eigentlich klingt es ganz einfach:
Das bisherige Haus verkaufen.
Ein neues Zuhause kaufen.
Umziehen.
In der Realität gehört genau diese Situation zu den anspruchsvollsten Konstellationen eines Immobilienverkaufs.
Denn irgendwann taucht eine ziemlich entscheidende Frage auf:
Was kommt zuerst?
Verkaufe ich zunächst mein bisheriges Zuhause und suche anschließend nach einer neuen Immobilie?
Oder
beginne ich schon mit der Suche, während mein Haus noch am Markt ist?
Wir erleben diese Frage regelmäßig. Und zwei unserer Verkäufe in Ludwigsfelde und Fürstenwalde zeigen besonders schön, dass zwei völlig unterschiedliche Antworten richtig sein können.
Fall 1: Trennung – aber wie geht es mit dem gemeinsamen Haus weiter?

Bei einer modernen Stadtvilla in Ludwigsfelde war der Auslöser für den Verkauf eine Trennung.
Eine der beiden Parteien war bereits ausgezogen und lebte schon in einer Mietwohnung.
Der andere Eigentümer wohnte weiterhin im gemeinsamen Haus.
Damit entstand eine Situation, die wir bei Trennungsimmobilien häufig erleben:
Einer hat seinen nächsten Wohnort bereits gefunden. Der andere braucht erst Sicherheit, bevor er loslassen kann.
Das ist nachvollziehbar.
Denn was passiert, wenn das Haus verkauft wird und anschließend keine passende neue Immobilie gefunden wird?
Muss ich unter Zeitdruck kaufen?
Muss ich ebenfalls vorübergehend zur Miete wohnen?
Oder sollte ich deshalb lieber erst etwas Neues finden und das Haus anschließend verkaufen?
Unser Rat war in diesem Fall:
Erst Klarheit schaffen und beide Prozesse parallel laufen lassen.
Das Haus anbieten und gleichzeitig nach dem nächsten Zuhause suchen
Wir entschieden uns gemeinsam dafür, nicht auf den perfekten Moment zu warten.
Die Immobilie ging im Sommer in die Vermarktung.
Parallel konnte die Suche nach einem neuen Zuhause beginnen.
Das nahm zunächst Druck aus der Situation.
Denn ein Immobilienverkauf ist kein Lichtschalter, der mit Veröffentlichung des Exposés plötzlich unumkehrbar umgelegt wird.
Es entsteht vielmehr ein Prozess.
Interessenten melden sich.
Besichtigungen finden statt.
Kaufangebote entstehen.
Und irgendwann wird aus einer theoretischen Möglichkeit eine konkrete Entscheidung.
Diese Zeit kann man nutzen.
Genau das geschah in Ludwigsfelde.
Neun Monate können in diesem Fall ein gutes Ergebnis sein

Die Stadtvilla war keine Immobilie, die zwingend innerhalb weniger Wochen verkauft werden musste.
Das 2018 errichtete Haus war modern, hochwertig ausgestattet und mit Erdwärmepumpe, Photovoltaikanlage und Energieeffizienzklasse A+ technisch sehr gut aufgestellt.
Wir wollten deshalb nicht aus Nervosität beim Preis nachgeben.
Am Ende dauerte die Vermarktung rund neun Monate.
Und das Entscheidende:
Das Haus wurde zum Angebotspreis verkauft.
Damit konnten die Eigentümer ihre finanzielle Planung auf einer belastbaren Grundlage aufbauen.
Gleichzeitig wurden die laufenden Kosten nicht unnötig über Jahre fortgeschrieben und die nächste Wohnsituation konnte parallel vorbereitet werden.
Aus der anfänglichen Frage
„Wo wohne ich, wenn wir jetzt verkaufen?“
wurde ein planbarer Übergang.
Das ist ein wichtiger Punkt:
Ein schneller Verkauf ist nicht automatisch ein guter Verkauf.
Manchmal besteht die richtige Strategie darin, sich bewusst Zeit zu geben – solange diese Zeit finanziell und persönlich eingeplant ist.
Fall 2: Das Ziel war Österreich

Ganz anders war die Ausgangslage bei einem Ehepaar in Fürstenwalde
Hier ging es nicht um eine Trennung.
Im Gegenteil.
Die beiden hatten einen gemeinsamen Plan:
Ein neues Leben in Österreich.
Dafür sollte das bisherige Einfamilienhaus verkauft werden.
Das Haus bot rund 145 m² Wohnfläche, fünf Zimmer und ein etwa 1.000 m² großes Grundstück direkt an einer naturnahen Umgebung.
Aber für die Eigentümer war weniger entscheidend, zuerst das perfekte Haus in Österreich zu finden.
Ihre Ausgangssituation verlangte eine andere Reihenfolge.
Sie verfügten nicht über so große freie Rücklagen, dass sie problemlos zunächst eine weitere Immobilie kaufen und anschließend irgendwann ihr Haus in Brandenburg verkaufen konnten.
Das Kapital steckte im bestehenden Haus.
Also musste zuerst Klarheit geschaffen werden.
Erst verkaufen. Dann mit Sicherheit suchen.

Für dieses Ehepaar war die finanzielle Planung wichtiger als die Absicherung eines bereits gefundenen Wunschobjekts.
Der Verkauf sollte deshalb einen verlässlichen Kaufpreis und einen planbaren zeitlichen Rahmen schaffen.
Erst anschließend sollte mit der entsprechenden finanziellen Sicherheit in Österreich gekauft werden.
Das verändert auch unsere Aufgabe als Makler.
Wenn Eigentümer vom Verkaufserlös abhängig sind, reicht es nicht, einfach einen möglichst hohen Angebotspreis auf ein Exposé zu schreiben.
Der erwartete Verkaufspreis muss realistisch sein.
Der Käufer muss finanzierungsfähig sein.
Zeitliche Abläufe müssen funktionieren.
Und ein vermeintlich tolles Kaufangebot bringt wenig, wenn Wochen später die Finanzierung platzt.
Planbarkeit wird plötzlich selbst zu einem Wert.
Zwei Häuser.
Zwei Lebenssituationen.
Zwei richtige Strategien.
Genau deshalb gibt es auf die Frage
„Soll ich erst verkaufen oder erst neu kaufen?“
keine allgemeingültige Antwort.
In Ludwigsfelde war die Lösung.
Verkauf starten und parallel suchen.
Die Vermarktung durfte Zeit bekommen. Nach rund neun Monaten wurde die Stadtvilla schließlich zum Angebotspreis verkauft.
In Fürstenwalde war die Priorität eine andere:
Zunächst das bestehende Vermögen liquide und planbar machen.
Danach konnte das Ehepaar mit Klarheit über das tatsächlich verfügbare Kapital den nächsten Schritt in Österreich angehen.
Beides kann richtig sein.
Entscheidend ist, dass die Verkaufsstrategie zur Lebensstrategie der Eigentümer passt.

Welche Strategie passt zu mir?
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten.
1. Erst verkaufen, dann kaufen
Das ist finanziell häufig die übersichtlichste Variante.
Nach dem Verkauf steht fest, welches Eigenkapital tatsächlich zur Verfügung steht. Die Finanzierung des Neuerwerbs lässt sich entsprechend planen und der Eigentümer muss nicht darauf hoffen, dass seine bisherige Immobilie innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verkauft wird.
Der Nachteil:
Was passiert zwischen Verkauf und Neuerwerb?
Möglicherweise wird eine Zwischenunterkunft benötigt. Ein Umzug wird zu zwei Umzügen. Oder der Käufer des bisherigen Hauses muss bereit sein, einen späteren Übergabetermin zu akzeptieren.
2. Erst kaufen, dann verkaufen
Der emotionale Vorteil ist offensichtlich.
Das neue Zuhause ist gesichert. Man weiß, wohin man zieht.
Gerade wenn eine ganz bestimmte Immobilie gesucht wird, kann das entscheidend sein.
Finanziell kann diese Variante allerdings anspruchsvoller werden.
Denn solange das bisherige Haus nicht verkauft ist, steckt das Eigenkapital dort fest. Je nach finanzieller Situation kann deshalb beispielsweise eine Zwischenfinanzierung erforderlich sein.
Und damit wird plötzlich sehr relevant, wie belastbar der erwartete Verkaufspreis des bisherigen Hauses tatsächlich ist.
3. Parallel verkaufen und suchen
Diese Variante kann ein guter Mittelweg sein.
Die eigene Immobilie wird bereits professionell vorbereitet und vermarktet, während gleichzeitig nach dem nächsten Zuhause gesucht wird.
Dadurch entsteht frühzeitig ein Gefühl dafür, wie der Markt auf die eigene Immobilie reagiert. Gleichzeitig muss noch keine endgültige Entscheidung getroffen werden, solange das passende neue Zuhause fehlt.
Allerdings erfordert diese Variante gute Koordination, realistische Erwartungen und Flexibilität auf allen Seiten.
Der Übergabetermin kann wichtiger sein als 10.000 Euro mehr
Auch deshalb betrachten wir Kaufangebote nicht ausschließlich nach ihrer Höhe.
Stellen wir uns zwei Interessenten vor:
Käufer A bietet 10.000 Euro mehr, benötigt die Immobilie aber sehr kurzfristig.
Käufer B bietet etwas weniger, ist dafür beim Übergabetermin flexibel und verfügt bereits über eine bestätigte Finanzierung.
Wenn unser Eigentümer selbst noch mehrere Monate benötigt, weil sein neues Zuhause erst später verfügbar ist, kann Käufer B insgesamt die passendere Lösung sein.
Ein Immobilienverkauf besteht eben nicht nur aus:
Kaufpreis = möglichst hoch.
Sondern aus einem Gesamtpaket aus:
Preis + Finanzierungssicherheit + Zeit + Bedingungen + Übergabe + persönlicher Situation.
Deshalb fragen wir beim ersten Gespräch:
Was kommt danach?
Für uns ist das eine der wichtigsten Fragen überhaupt.
Nicht nur:
„Was möchtest du für dein Haus bekommen?“
Sondern:
„Was möchtest du nach dem Verkauf machen?“
Denn erst dann können wir eine sinnvolle Strategie entwickeln.
Wer bereits ein neues Haus gefunden hat, benötigt möglicherweise eine andere Preisstrategie als jemand, der völlig ohne Zeitdruck verkauft.
Wer sein Eigenkapital für den nächsten Kauf benötigt, braucht frühzeitig Klarheit über Finanzierung und Zahlungsströme.
Wer noch keine neue Immobilie gefunden hat, benötigt möglicherweise Flexibilität beim Übergabetermin.
Und manchmal ist die richtige Entscheidung sogar:
Noch nicht verkaufen.
Wir verkaufen deshalb nicht nur eine Immobilie.
Wir planen den Übergang.
Die Fälle aus Ludwigsfelde und Fürstenwalde zeigen zwei völlig unterschiedliche Lebenssituationen.
Eine Trennung auf der einen Seite.
Ein gemeinsamer Neustart in Österreich auf der anderen.
Aber hinter beiden Verkäufen stand dieselbe Frage:
Wie schaffen wir den Übergang vom bisherigen Zuhause in das nächste Leben, ohne unnötige finanzielle oder persönliche Risiken einzugehen?
Genau deshalb fragen wir beim ersten Gespräch nicht nur:
„Was ist deine Immobilie wert?“
Sondern mindestens genauso wichtig:
„Was soll nach dem Verkauf passieren?“
Denn erst wenn wir das wissen, können wir eine Verkaufsstrategie entwickeln, die nicht nur zur Immobilie passt.
Sondern zum Leben ihrer Eigentümer.
Dein Zuhause verdient mehr als einen Makler.
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